Kumulative Dissertation Tu Berlin

Im April 2016 hat die Universitätsbibliothek einen neuen Service für Doktorandinnen und Doktoranden eingeführt, die eine kumulative Dissertationen zur Veröffentlichung einreichen.

Eine kumulative Dissertation besteht aus mehreren veröffentlichten bzw. eingereichten, noch unveröffentlichten Artikeln in Fachzeitschriften sowie einem übergreifenden Teil. Die Veröffentlichung kumulativer Dissertationen stellt deswegen eine besondere Herausforderung dar, weil die Autorinnen und Autoren in den meisten Fällen nicht mehr die Rechte an den Artikeln halten. Kann eine kumulative Dissertation auch online veröffentlicht werden, und wenn ja wann? Welche Auflagen von Verlagen müssen beachtet werden? Darf eine kumulative Dissertation unter eine freie Creative-Commons-Lizenz gestellt werden? Antworten zu diesen und weiteren Fragen finden Sie nun auf unserer Webseite.

Seit einer Änderung der Promotionsordnung der TU Berlin im Jahr 2014 können Promovierende aller Fakultäten diese Veröffentlichungsform wählen. Immer mehr dieser Arbeiten gehen bei uns ein und damit auch immer mehr Fragen zum Thema.

Eine einfache Antwort, was genau zu beachten ist, gibt es leider nicht. Abhängig davon, in welcher Zeitschrift bzw. bei welchem Verlag der Artikel veröffentlicht wurde bzw. werden soll, gelten unterschiedliche Regeln.

  • Mal darf die Verlags-, mal nur die Manuskriptversion verwendet werden.
  • Manchmal muss eine sogenannte Embargofrist eingehalten werden, bevor der Volltext online gehen darf.
  • Manche Verlage gestatten nicht, dass die Manuskriptfassung vor der offiziellen Veröffentlichung durch die Zeitschrift online gestellt werden darf.
  • Manche Verlage verlangen, dass in einer ganz bestimmten Weise auf die Veröffentlichung in der Fachzeitschrift hingewiesen wird.

Für viele Verlage haben wir die geltenden Bestimmungen recherchiert und in einer Übersicht auf GitHub zusammengetragen, welche wir fortlaufend ergänzen. Unser Fazit: Open Access ist auch für kumulative Dissertationen möglich, man muss nur etwas mehr Zeit in die Klärung der Bedingungen investieren – und dabei unterstützen die Dissertationsstelle und das Open-Access-Team der UB verstärkt!

Abschließend ein kleiner Hinweis in eigener Sache: Kolleginnen und Kollegen anderer Einrichtungen sind herzlich eingeladen, diese Ressourcen zu benutzen und im besten Fall mit uns weiterzuentwickeln. Mehr dazu unter https://github.com/tuub/theses-publisher-policies.

Promotionsordnung der TU Berlin § 2 (3):

„Die Dissertation als wissenschaftliche Abhandlung kann aus einzelnen veröffentlichten oder zur Veröffentlichung eingereichten Arbeiten bestehen (kumulative Dissertation). Diese müssen in einem inhaltlichen Zusammenhang zueinander stehen, der durch eine gemeinsame Einleitung sowie eine abschließende Diskussion schlüssig darzulegen ist. Näheres zu Art und Anzahl der Arbeiten regeln Ausführungsbestimmungen der Fakultäten.“

Ausführungsbestimmungen:

Für die Veröffentlichung stehen Ihnen die gleichen Wege offen wie für monographische Dissertationen:

Veröffentlichen von Dissertationen

Zusätzlich müssen Sie jedoch die Rechte der Verlage beachten, bei denen Sie Ihre Artikel zuerst veröffentlicht haben. Häufig haben Sie dem Verlag ausschließliche Nutzungsrechte eingeräumt. Daher müssen Sie sich für die Nutzung der Beiträge im Rahmen der Veröffentlichung Ihrer Dissertation das Nutzungsrecht von den Verlagen einholen.

Viele Verlage haben klare Vorgaben zur Zweitveröffentlichung, mitunter gibt es kulantere Regelungen für die Nutzung im Rahmen einer Dissertation. Maßgeblich sind in erster Linie die Regelungen Ihres Verlagsvertrags. Wenn Sie dort keine klaren Aussagen finden, gibt Ihnen diese Tabelle Auskunft darüber, welcher Verlag was gestattet:

Verlagspolicies Dissertationen

Womöglich ist eine Veröffentlichung der Onlineversion Ihrer Dissertation erst nach einem Embargo zulässig. Die Einhaltung dieser Frist kann über DepositOnce sichergestellt werden; Titel und sonstige beschreibenden Angaben sind dann schon weltweit sichtbar, aber der Zugriff auf den Volltext ist bis zum Ablauf des Embargos nicht möglich.

Sofern Ihr Verlag absolut keine Nutzung gestattet, Sie aber dennoch eine Onlineveröffentlichung wünschen, muss im Ausnahmefall auf den Volltext des Beitrages verzichtet werden. Es werden dann lediglich die bibliographischen Angaben (inkl. DOI als Link) des Originalbeitrags in die Onlinefassung Ihrer Dissertation aufgenommen.

Während die Universitätsbibliothek im Allgemeinen die Nutzung der Open-Access-konformen Lizenz Creative Commons Namensnennung (CC BY) begrüßt, wird die Vergabe einer freien Lizenz für kumulative Dissertationen im Allgemeinen nicht empfohlen. Im Einzelfall ist die Vergabe einer solchen Lizenz möglicherweise zulässig (z.B. bei Veröffentlichungen in Open-Access-Zeitschriften). Wenden Sie sich für Fragen hierzu an das Open-Access-Team der UB.

Sofern Sie Ihren Aufsatz mit anderen gemeinsam verfasst haben, holen Sie sich bitte die Zustimmung zu der Zweitveröffentlichung von Ihren Koautorinnen und Koautoren ein.

Für alle Verlage gilt: Es muss deutlich auf die Verlagsversion verwiesen werden, d. h. es müssen vollständige bibliographischen Angaben (inkl. Angabe der DOI als aktiver Link) zur Verlagsveröffentlichung gemacht werden. Besondere Auflagen einzelner Verlage entnehmen Sie dieser Übersicht:

Verlagspolicies Dissertationen

Ist Ihr Verlag nicht aufgeführt? Sind Sie unsicher bei der Umsetzung der Verlagsvorgaben? Wenden Sie sich bitte an das Open-Access-Team.

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